EIN FUEHRER DURCH DAS SCHLOSS NOVÉ ZÁMKY IN NESOVICE

AUTOR DES TEXTES: Mgr.PETR LUKAS

Charakteristik des Schlosses

Es handelt sich um ein einstockiges Gebaeude mit einem und einem halben Fluegel. Das Schloss stellt einen einzigartigen Versuch um die Anwendung der italianischen Renaissance-Stadtburg – sog. Castel – noerdlich von den Alpen dar. In unserem Fall geht es um eine Verbindung der festen Burg und des Representationsschlosses, um ein ungewoehnlich prachtvolles Beispiel der Renaissancearchitektur in Suedmaehren, das die Inspiration in toskanischen Vorbildern fand.


Geschichte

Bis Bau des Schlosses stand in Nesovice kein Feudalsitz. Es entstand also nicht durch den Umbau einer aelteren Burg oder Festung, wie es in der Renaissancezeit ueblich war, sondern es wurde als ein Neubau gegruendet. Mit dem Bau einer Residenz, die das Reichtum des Bauherrn beweisen sollte, begann im Jahre 1561 Ritter Záviš von Víckov. Aus dieser Zeit stammt auch die mittelalterliche Steintafel mit den Wappen des Ehepaares Záviš von Víckov und Johanka von Háje, die sich an der Nordseite des Schlossturmes befindet. Der Bau des Schlosses bis zum jetzigen Zustand wurde im Jahre 1569 beendet. Sein Autor – ein unbekannter Festungsingenieur – stammte aus Norditalien und war wahrscheinlich in Verbindung mit dem Bau des nahen Schlosses in Bučovice. Man sagt, dass sich das Original des Bauprojektes von Nové Zámky irgendwo noerdlich von der italianischen Stadt Milano befindet. Nach Závišs Erben Přemek von Víckov loesten sich hier in kurzen Perioden zahlreiche adelige Besitzer ab: Heinrich und Zikmund von Zástřizl, Martinkovský von Rozseč, Nikolaus von Hrádek und Adam Kravařský von Šlevice. Seit 1624 gehoerte das Schloss dem Nikolaus Nusser von Nusseg. Waehrend 23 Jahren Nussers Wirtschafft wurde die Qualitaet der Herrschaft mehrmals erhoeht. Trotzdem musste er sein Besitz infolge von Finanzmachinationen in seinem Amt des Rentmeisters verlassen. Im dreissigjaehrigen Krieg wurde das Schloss fuenfmal zerstoert. Auch in den naechsten Jahren aenderten sich die Besitzer relativ oft – Georg Ludvik von Sitzendorf, Karl Kašpar von Leyn /Erzbischof von Trier/, Alexander Heinrich von Schlesswig-Holstein, Ritter Johann Taeufer von Dieppenthal, Johann Taeufer de Ordognez, Josef de Ordognez, Johann Kryštof Žákovský von Dobrčice, Johann Michael von Fuchsstein. Im Jahr 1750 kaufte das Schloss Josef Leopold Freiherr Petrasch /*1714 +1772/. Dieser Mann - Begruender der ersten wissenschaftlichen Gesselschaft in Mitteleuropa /Habsburger-Monarchie/ - Societas incognitorum, bewohnte vor allem seinen Olmuetzer Palast. Trotzdem veranstaltete er in Nové Zámky einige antike Theaterspiele und errichtete eine umfangreiche Schlossbibliothek. Seine Epoche war wahrscheinlich die letzte, in der das Schloss Nové Zámky seinen Glanz und Wert hatte. Nach dem Tod Petraschs vererbten den Besitz seine Toechter, die das Schloss im Jahre 1789 dem Graffen Johann Nepomuk Wengerský verkauften. Kurz danach verwaltete die Herschaft Antonín Wengerský und spaeter Fridrich Wilhelm Schlaberndorf. Im Jahre 1798 kaufte Nové Zámky Fuerst Alois Josef von Liechtenstein. Diese Familie zeigte fuer das Schloss und die Herschaft kein groesseres Interesse mehr. Nové Zámky wurde nur an die Liechtensteiner Domaene im Suedmaehren angeschlossen. Das Schloss mit der Wirtschaft verloren die Funktion eines Sitzes und mit der Instandhalten wurde aufgehoert. Einige Raeume dienten dann als Wohnungen und Depots. Vor 1826 wurden sowohl die Schanzenwaende als auch ein Teil des Schlosses niedergerissen. Nach dem Jahr 1869 mieteten das Schloss E. Seidl, Familie Sekal und Zuckerfabrik in Austerlitz. Seit 1924 verwaltete es die Wirtschaftsgemeinde russischer Legionaere, vor allem Herr Alois Cigánek. In der Protektoratszeit bekam Nové Zámky von Adolf Hitler der reichsdeutsche Buerger Buechelmeyer geschenkt. Nach dem 2. Weltkrieg gewann den Besitz Alois Cigánek zurueck, der es seiner adoptieven Tochter ueberliess. Im Jahre 1951 wurde das Schloss mit der Wirtschaft zum Volkseigentum gemacht und diente dann als Gefluegelhof, Staelle oder Speicher, spaeter als Werkstaette fuer Restauratoren und als Museumsdepositorium. Nach 11 Jahren der Rechtsstreite wurde der ganze Besitz der Familie Florian zurueckgegeben. Seit dem Fruehling 2003 wurde das Schloss zum ersten Mal zugaenglich.


Architektur

Das urspruengliche Projekt rechnete mit drei Schlossfluegeln (mit einem Turm in der Mitte), dessen Hof nach Sueden geoeffnet bleiben sollte. Der Bauplan wurde nicht voll realisiert und heute sehen wir nur ein Torso des ganzen Projektes im Grundriss des Buchstaben L. Es wurde nicht nur durch die begrenzten Finanzmittel des Besitzers (Záviš von Víckov) verursacht, sondern auch durch seinen vorzeitigen Tod im Jahre 1569. Sein Erbe (Přemek von Víckov) hatte kein Interesse, das Schloss fertig zu bauen. Die Architektur des Schlosses verbindet sehr anschaulich dieElemente der Burgfortifikation und der Schlossrepresentation – ein Teil wirkt wie eine mitellalterliche Burg, ein anderer mit Arkaden im Erdgeschoss und der Galerie als Mehr als ein Renaissanceschloss kann man das Gebaeude als spaetmittelalterliche Festung charakterisiert werden. Die Architektur des Schlosses Nové Zámky gilt – vor allem in Bezug auf die architektonischen Details im Dachteil – fuer absolut originell in der Tschechischen Republik vereinzelt. Die Renaissancezeit veranschaulichen auch einige von den urspruenglichen Sgraffiti im ersten Stock. An einem Sgraffito kann man den Namen des Autors – Tobias von Glotz – und Jahr 1571 erkennen. Bis zum Jahre 1826 gehoerten zum Schloss noch zwei Schanzenmauern mit einigen Tuermen und einem nicht besonders tiefen Graben. Diese Mauern und die Wirtschaftsgebaeude wurden zur Zeit der Lichtensteinen Herrschaft fuer ihren sehr schlechten Zustand niedergerissen.


Interier:

In dem Erdgeschoss befindet sich der Rittersaal. Die ca 430 Jahre alte Balkendecke ist urspruenglich und stammt aus der Renaissancezeit. In der nordoestlichen Ecke stand die Schlosskueche, aus derer Ausstattung bis heute nur die Speissekammer erhalten blieb. In den 70er Jahren des 16. Jahrhunderts entstand die Freskenaussmueckung im ersten Stock. Da dort nach dem 2. Weltkrieg ein Speicher im Betrieb war, wurden fast alle Fresken durch die hohe Feuchtigkeit vernichtet. Urspruenglich schmueckten die Freskenzyklen alle Waende im ersten Stock (z.B. Sujets von der griechischen Mythologie – Bacchus mit Satyren usw., Sujets von den exotischen Landschaften u.a.) - bis heute blieben jedoch nur zwei Restflaechen uebrig. Die Erkerstube wurde 1665 zur Kapelle umgebaut.


Schlossexposition „Das Leben im Renaissancezeitraum“:

Die neue Schlossexposition lernt die Besucher mit dem Lebenstil der Adeligen in der Renaissancezeit - mit Geburt, Kinderzeit, Jungheit, Wissenschaft, Heirat, Familien- und Gesellschaftsleben, Kariere, Freizeit, Hobbys, Mode, Hygiene, Religiositaet, Lebensmittel und Speisen + Trinken, Waffen, Krankheiten und Tod – kennen. Die Moebelstuecke hat Maehrischegalerie in Brno geborgt. Es handelt sich um Rennaisance- u. Neorennaisancemobiliar.


Park

Die Parkanlage im englischen Stil hat die Flaeche 4 ha. Trotzdem wurde sie in den 50er und 60er Jahren fest vernichtet, kann man bis heute viele von auslaendischen und exotischen Baeumen finden.